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Rechtsanwälte Rodig & Bettecken

Kosten

Guter Rat ist teuer, heißt es.

Kostet auch schon ein bloßer Rat, bei dem der Anwalt noch nicht einmal geschrieben hat? Mit welchen Gesamtkosten muß ich rechnen?

Diese Fragen werden oft gestellt. Diese sollten Sie uns auch stellen, damit es später keine Mißverständnisse gibt!

Eines ist sicherlich klar: Auch ein Anwalt verdient mit seiner Arbeit Geld. Dies gilt dementsprechend auch für den mündlich erteilten Rat. Immerhin mußte der Anwalt, um Ihnen eine Antwort auf Ihre Frage zu geben, sein erlerntes Rechts­wissen abfragen oder gar in Kommentaren nachschlagen. Ein Stammtischrat mag zwar kostenfrei, aber nicht immer für Ihre Situation passend sein.

Die Höhe der Anwaltsvergütung selbst ist in einem Gesetz, dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, kurz RVG, geregelt.

Sie können die Kosten für unsere Tätigkeit anhand der Tabellen dieses Gesetzes berechnen. Grundsätzlich rechnen wir auf dieser gesetzlichen Grund­lage die gesetzlichen Gebühren ab. Wir sind auch gerne bereit, ein individuelles Honorar mit Ihnen zu vereinbaren.

Bedeutung des Streitwertes für die Anwaltsvergütung

Ausgangspunkt für die Abrechnung nach der gesetzlichen Grundlage, dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, ist in den meisten Fällen der „Streitwert“. Normalerweise ist der Betrag, den eine Partei von der anderen fordert, der „Streitwert“. Nachstehend jedoch einige Ausnahmen:

  • bei Streitigkeiten über Miet- und Pachtverhältnisse (z.B. Räumungsklage) wird in der Regel die Kaltmiete und die Nebenkostenpauschale für den Zeitraum eines Jahres zugrunde gelegt. Bei Mieterhöhungen ist es der auf ein Jahr bezogene Wert der Erhöhung.

  • in Arbeitsgerichtsstreitigkeiten, und zwar in Kündigungsschutzprozessen wird das dreifache Bruttoarbeitsentgelt für die Berechnung des Streitwertes zugrunde gelegt.

  • in öffentlich-rechtlichen Strei­tig­keiten vor dem Verwaltungsgericht gilt bei nicht bezifferbaren Ansprüchen der Re­gelstreitwert von 5.000,00 €, ansonsten der Wert der Klageforderung.

  • für alle sonstigen nichtvermögensrecht­lichen Streitigkeiten (Widerruf von Be­hauptungen, Unterlassung, Vornah­me von Handlungen u.ä.) hat das Gericht den Streitwert nach Ermessen (Bedeutung der Sache, Vermögensverhältnisse der Parteien sind Anhaltspunkte) festzusetzen.

  • bei Scheidungsverfahren ist das dreifache Nettoeinkommen bei­der Ehegatten zum Zeitpunkt der Antragseinreichung, minde­stens aber 2.000,00 € zugrunde zu legen. Ist der Umgang oder das Sorgerecht im Rahmen des Scheidungsverfahrens streitig, so erhöht sich der Verfahrenswert um 900,00 €. Für den Versorgungsausgleich sind weitere 1.000,00 € bis maximal 2.000,00 € hinzuzurechnen.

  • in Kindschaftssachen beträgt der Verfahrenswert 3.000,00 €.

    in Unterhaltsverfahren wird der 12-fache Satz des geltend gemachten Un­terhaltsanspruchs zuzüglich geltend gemachter Unterhaltsrückstände zugrunde gelegt.

  • bei Schadensersatzforderungen be­ste­hend aus einer Rente z.B. wegen einer Unfallverletzung wird der fünffache Jahresbetrag zugrunde gelegt es sei denn, der tatsächlich eingeklagte Betrag ist geringer. Dann gilt wieder der bezifferte Betrag als Grundlage.

  • in Sozialgerichts- und Strafverfahren gelten sog. Rahmenge­bühren, da sich deren Wert nicht anhand von Beträgen oder Interesse berechnen lässt.

Nach diesen ermittelten oder fest­gesetzten Streitwerten lässt sich die anfallende Anwaltsvergütung anhand der Vergütungstabelle ermitteln.

Der Arbeitsumfang spielt bei der Berechnung nach dem Streitwert keine Rolle. Das heißt auch, dass nicht jeder Brief oder jeder Gang zum Anwalt zusätzliche Kosten auslösen es sei denn, die in den Pauschalgebühren für Porto erfassten Porto- und Telefonkosten über­steigen diesen Betrag. Dann erhalten Sie eine genaue Auflistung des Portos für jeden Brief und jedes Telefonat. Dies kann auch durch eine pauschale Honorarvereinbarung über die Portokosten erleichtert werden. Die Grundgebühr wird auch hierdurch nicht verändert.

Allerdings ist es gerade in komplizierten oder umfangreichen Fällen oder in Fällen mit kleinen Streitwerten und damit einem geringen Gebührenvolumen für den Anwalt üblich, unter Berücksichtigung des voraussichtlichen Arbeitsumfangs mit Ihnen ein Honorar unabhängig von oder zusätzlich zu der gesetzlichen Regelung zu vereinbaren.

Dies gilt insbesondere auch für das Fertigen von Fotokopien aus Gerichtsakten, aus Ihren Unterlagen zur Anlage an gerichtliche oder gegnerische Schreiben. Diese werden nicht vom Gegner erstattet und müssen gesondert von Ihnen übernommen werden.

Der Streitwert ist neben der ebenfalls möglichen individuellen Honorarverein­barung die Maßgröße, nach der sich aus der Gebührentabelle die Kosten für die Tätigkeit eines Anwalts ablesen lassen.

Grundsätzlich gilt: kleine Streitwerte, geringe Kosten - hohe Streitwerte höhere Kosten, wobei der Umfang der Tätigkeit in beiden Fällen der gleiche sein kann. Gerade bei geringen Streitwerten stellt sich jedoch immer auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit, sprich die Frage, ob im Zweifelsfall Sie gutes Geld noch schlechtem hinterher werfen wollen.

Ein Beispiel:

Sie möchten 50,00 € einklagen. An Gerichtskosten müssen Sie in einem solchen Fall 75,00 € im voraus bezahlen. An Anwaltskosten kommen noch einmal mindestens 83,38 € hinzu. Dies bedeutet: Sie müssen mehr als das Dreifache einsetzen, um 50,00 € zu bekommen. Hat der Gegner kein Geld, bleiben diese Kosten an Ihnen haften, oder verlieren Sie gar den Prozess, dann kommen unter Umständen noch einmal Anwaltskosten in ähnlicher Höhe durch den Anwalt der Gegenseite hinzu.

Fragen Sie uns bitte über die voraussichtlichen, genauen Kosten. Wir geben gerne Auskunft.


Die Anwaltsgebühren erhöhen sich abhängig vom jeweiligen Anstieg des Streitwerts um bestimmte Festbeträge, so dass man sich die Grundgebühr leicht anhand der nachstehenden Tabelle schon einmal ausrechnen kann und in etwa einen Überblick über die Kosten bekommt.

Dabei fällt für eine außergerichtliche Tätigkeit in der Regel der 1,3-fache Satz der unten stehenden Gebühr und für das gerichtliche Verfahren mit einer Geschäfts- (1,3) und Termingebühr (1,2) der 2,5-fache Satz an:
 

Streitwert bis Gebühr Gebühr 1,3 /1,2
300,00 €  25,00 € 32,50 € /30,00 €
600,00 € 45,00 € 58,50 € / 54,00 €
900,00 € 65,00 € 84,50 € / 78,00 €
1.200,00 €  85,00 € 110,50 € / 102,00 €
1.500,00 € 105,00 € 136,50 € / 126,00 € usw.
2.000,00 € 133,00€bis 5.000,00 € jeweils eine Erhöhung um 28,00 € pro 500,00 € Streitwert
6.000,00 € 338,00 €  bis 10.000,00 € jeweils eine Erhöhung um 37,00 € je 1.000,00 € Streitwerterhöhung.
13.000,00 € 526,00 €bis 25.000,00 € jeweils eine Erhöhung um 40,00 € je 3.000,00 € Streitwerterhöhung
30.000,00 € 758,00 €bis 50.000,00 € jeweils eine Erhöhung um 72,00 € je 5.000,00 € Streitwerterhöhung
65.000,00 € 1.123,00 €bis 200.000 € jeweils eine Erhöhung um 77,00 € je 15.000,00 € Streitwerterhöhung

Beachten Sie aber bitte: Die für eine außergerichtliche Tätigkeit angefallene Gebühr wird nur zur Hälfte auf die im Gerichtsverfahren anfallenden Gebühren angerechnet. Die nicht angerechnete andere Hälfte muss auch im Fall des Prozessgewinns, bei dem normalerweise der Verlierer alle Kosten trägt, noch von Ihnen bezahlt werden. Auf diese Hälfte erstreckt sich Ihr Kostenerstattungsanpruch gegenüber dem Verlierer nicht.




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